Immobilienbewertung bei Erbschaft: Anders als beim Erbe von Bargeld stellt sich bei einer geerbten Immobilie die Frage nach der (Weiter-)Nutzung. Soll man das Haus oder die Wohnung behalten und selbst einziehen, die Immobilie vermieten oder gar verkaufen?

Existiert nur ein Alleinerbe, so ist dieser frei in seiner Entscheidung, ob er die geerbte Immobilie behalten oder veräußern möchte. Möchte er sie verkaufen ist das Verkehrswertgutachten die idealen Grundlage für den Verkauf.

In der Regel gibt es jedoch mehrere Erben, die sich in einer Erbengemeinschaft zusammenraufen müssen. Sie müssen sich zunächst grundsätzlich darüber einigen, was mit der Immobilie geschehen soll. Ist dieser Schritt getan, so liegt das nächste Streitpotenzial in der Frage, was die geerbte Immobilie eigentlich wert ist. Insbesondere wenn ein Erbe die Immobilie übernehmen möchte, und seine Miterben auszahlen muss, sehen die Beteiligten die Gefahr, übervorteilt zu werden. Aber auch wenn die Erben sich für den Verkauf der Immobilie entschieden haben, sollte vor Verkaufsstart eine fundierte Bewertung der Immobilie erfolgen. So kann einem späteren Streit unter den Erben darüber vorgebeugt werden, dass die Immobilie zu billig verkauft wurde.

Die Bewertung von vererbten Immobilien spielt zudem bei der Berechnung des so genannten Pflichtteilsanspruchs eine große Rolle. Der Pflichtteil sichert den nahen Angehörigen des Verstorbenen eine finanzielle Mindestbeteiligung am Nachlass für den Fall, dass der Erblasser sie durch Verfügung von Todes wegen von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen hat. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. Im Gegensatz zum (gesetzlichen oder testamentarischen) Erbteil wird der Pflichtteil aber nur in Form von Geld beglichen. Der Pflichtteilsberechtigte kann also nicht verlangen, dass er bestimmte Nachlassgegenstände erhält. Der Pflichtteilsanspruch richtet sich vorrangig gegen den Erben; bei Schenkungen kann ausnahmsweise auch der Beschenkte haftbar sein.

Als Pflichtteilsberechtigte können Sie also verlangen, dass Nachlassgegenstände (Immobilien !) bewertet werden. Anhand des Verkehrswertgutachtens kann dann der Pflichtteilsanspruch berechnet werden.

Große Schwierigkeiten ergeben sich auch, wenn einer der Miterben beantragt, dass das Haus zwangsversteigert werden soll, da keine einstimmige Entscheidung über den Verkauf getroffen werden kann. Der in einer Zwangsversteigerung erzielte Erlös liegt in der Regel unter dem, der durch einen „freien“ Verkauf durch die Erben erzielt werden kann. Durch die Bestimmung eines unabhängigen Gutachters sollte der Streit über den Verkauf zu lösen sein.

Als freier Sachverständiger der Immobilienbewertung bin ich Ihnen bei der Erbauseinandersetzung behilflich. Ich ermittele den Wert Ihrer Immobilie bzw. Ihrer Liegenschaft. Frei, fundiert, rechtssicher und im Sinne der Gemeinschaft.