Zur Wertermittlung sind in der Regel das Vergleichswertverfahren (§ 15 ImmoWertV) einschließlich des Verfahrens zur Bodenwertermittlung (§ 16 ImmoWertV), das Ertragswertverfahren (§§ 17 bis 20 ImmoWertV), das Sachwertverfahren (§§ 21 bis 23 ImmoWertV) oder mehrere dieser Verfahren heranzuziehen.

Das Vergleichswertverfahren wird u. a. bei der Bewertung von Wohnungseigentum, Teileigentum sowie Ein- und Zweifamilienhäuser in Erbfällen nach der Erbschaftsteuerreform herangezogen. Bei der Anwendung des Vergleichswertverfahrens wird der Kaufpreis von vergleichbaren Grundstücken zugrunde gelegt (§ 15 Abs. 1 ImmoWertV). Hierzu werden Grundstücke herangezogen, die hinsichtlich der ihren Wert beeinflussenden Merkmale mit dem zu bewertenden Grundstück hinreichend übereinstimmen, d. h. vergleichbar sind. Vorrangig sind dabei die von den zuständigen Gutachterausschüssen mitgeteilten Vergleichspreise anzuwenden; nachrangig können auch Unterlagen zu vergleichbaren Käufen zugrunde gelegt werden, die der Finanzverwaltung vorliegen. Alternativ zu den Preisen für Vergleichsgrundstücke können sogenannte Vergleichsfaktoren herangezogen werden (§ 15 Abs. 2 ImmoWertV).

Das Ertragswertverfahren ist ein Verfahren zur Ermittlung des Wertes eines Renditeobjektes. Es erfolgt eine Berechnung des Ertragswertes, also die Berechnung der voraussichtlich zu erwirtschaftenden Überschüsse. Angewendet wird dieses Verfahren vor allem bei vermieteten Grundstücken. Auch bei der Ermittlung von Ein- und Zweifamilienhäusern und Eigentumswohnungen greift das Ertragswertverfahren.

Beim Sachwertverfahren handelt es sich um ein Verfahren, welches zur Verkehrswertermittlung von Immobilien anhand von vorgegebenen Werten (kostenorientierte Werte) sowie der im Anschluss durchzuführenden Zu- und/oder Abschläge dient. Dieses Verfahren wird in erster Linie bei Immobilien angewendet, welche keine Einnahmen erzielen. Im Sachwertverfahren bemisst sich der Wert der jeweiligen Immobilie nach den Kosten der Wiederbeschaffung bzw. der Herstellung. Das Sachwertverfahren wird auch für selbstgenutzte Objekte angewendet, wie Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen. Beim Sachwertverfahren wird ermittelt, welche Kosten entstehen würden, wenn das Objekt neu erbaut werden müsste. Anschließend wird sodann die Abnutzung entsprechend berücksichtigt. Es erfolgt mithin vorerst die Ermittlung eines vorläufigen Sachwertes, welcher sodann über die verschiedenen Positionen sowie dem Sachwertfaktor korrigiert wird.